Tim Hocks & Friends am 18. April 2026

18.4.2026

PL

Eröffnungskonzert der 5. Schwanenberger Musiktage –  Es ist 18.30 Uhr: Eine halbe Stunde vor Beginn ist die Kirche rappelvoll. Viele junge Leute sind da und deren ...

Eröffnungskonzert der 5. Schwanenberger Musiktage – 

Es ist 18.30 Uhr: Eine halbe Stunde vor Beginn ist die Kirche rappelvoll. Viele junge Leute sind da und deren Freunde, Mama, Papa, Großeltern. Pfr. Robin Banerjee schlendert im schwarzen T-Shirt und mit strahlendem Gesicht durch die Gänge.

Wenig später begrüßt er freudig Tim Hocks als zentralen Showact und die vielen Jugendlichen, die seit Stunden zwischen den Proben „um die Kirche streichen“. Tim Hocks ist in Schwanenberg aufgewachsen und dort immer noch gut vernetzt. Er hat nach Musik-Studium und Arbeit in London in 2019 in Schwanenberg sein erstes größeres Album „Carry the Fire“ vorgestellt. Die Corona-Pause nutzte er für ein Lehramtsstudium. Heute arbeitet er neben seinen Solo-Projekten erfolgreich als Musiker, Lehrer und Motivator am Cusanus-Gymnasium Erkelenz.

Auf die Zuhörer wartete ein begeisterndes dreiteiliges Programm:

1.  Teil: Eigene Stücke unter dem Titel „Tim Hocks Solo-Projekt“

In einem akustischen Setting spielten Hanna Feiter (Backing- & Lead-Vocals), Maxim Müller (Gitarre), Neil Kohnen (Lead Vocals & Gitarre) sowie Tim Hocks (Lead Vocals & Piano) Stücke aus seinem ersten Soloprogramm. Die Lieder „Moving On“, „Stop Love“ und „Save Me from Falling“ befassen sich mit Lebens- und Liebeskrisen und den Chancen, die aus deren Bewältigung erwachsen können.

Der Titel „Cornerstones“ gehört zum neuen Solo-Projekt, das unmittelbar vor der Veröffentlichung steht.

Eine Hommage an die Gruppe Toto lieferte die Gruppe mit dem Song „Africa“. Mit einem Fingerzeig auf sein Tattoo des Toto-Albums Nr.4 auf seinem Oberarm machte Tim Hocks seine besondere Beziehung zu Toto deutlich.

Die Gruppe machte den Eindruck, sie spiele schon „jahrelang“ zusammen. Neben dem erfahrenen Gitarristen und Leadsänger von „Can’t Stop Loving You“, Neil Kohnen, zeigten sich Hanna Feiter als einfühlsame Lead- und Backing-Sängerin und Maxim Müller als Solo-Gitarrist.

Tim Hocks Musik zeigt sich immer dominant, kompromisslos laut, ausdrucksstark, mitreißend rhythmisch. Er will etwas aussagen, nicht flüstern! Für ihn ist das Klavier Klang- und Rhythmusinstrument.

2. Teil GesangssolistInnen des Cusanus-Gymnasiums und der Europaschule Erkelenz

Tim Hocks beginnt diesen Teil mit der Erzählung, dass ihn in seinem Leben bestimmt 20 Menschen stark und nachdrücklich gefördert hätten. Er habe Leute getroffen, die ihm den Weg für seine Musikkarriere gewiesen hätten. Von diesem Support wolle er durch seine Arbeit „ein bisschen“ an seine Schüler und Schülerinnen weiter- und zurückgeben.

Als die Zuhörer nicht still wurden, forderte er mehr Respekt ein. Respekt für die Auftretenden, die zum Teil ihren ersten Soloauftritt vor sich hätten.

Dies waren:

  • Milana Hergert mit „Someone Like You“ von Adele
  • Mia Peppler „Zombie“ von The Cranberries und „A Thousand Years“ von Christina Perri
  • Neale-Marie (genannt Nicki) Lucas mit „My Immortal“ von Evanescence und „Nothing Compares 2 U“ von Sinéad O‘ Connor und eine spezielle Zugabe für ihren Papa.
  • Dennis Quade mit „Bauch und Kopf“ von Mark Foster, „I Guess I’m in Love“ von Clinton Kane und „All Of Me“ von John Lennon.
  • Hanna Feiter „A Million Dreams“ aus „The Greatest Showman“ und „Die On This Hill“ von Siena Spiro

Alles tolle und empathische Vorträge, mit großem Applaus beantwortet; klangvoll und zurückhaltend am Klavier und mit zweiter Singstimme begleitet (überwiegend auswendig, ohne Noten, nur mit Tonartangaben) von Tim Hocks.

Konnte es da noch eine Steigerung geben? JA!

3. Teil: Oberstufenchor des Cusanus-Gymnasiums Erkelenz und Band

Geschätzt 35 Sängerinnen und Sänger ROCKTEN die Kirche. Sie wurden dabei von einigen Schülerinnen und Schülern aus der Europa-Schule Erkelenz verstärkt, die Tim Hocks dort in einem vorherigen Projekt „entdeckt“ hatte.

Neben den bereits genannten Band-Mitwirkenden kommen nun Florian Chilitis (Bass) und Noah Halcour (Drums) hinzu.

Mit Tina Turner – „Simply The Best“ oder Liquido – „Narcotic“ oder Rihanna – „Umbrella“ ließ der Oberstufenchor die Mauern erzittern.

Und: Bei Söhne Mannheims – „Fragmente“ richteten zwei junge Schülerinnen (Frida und Mira) Appelle zur Einstellung des Ukraine-Krieges und zur Stärkung der Meinungsfreiheit an das Publikum. Das Publikum antwortete mit starkem Zwischenapplaus.

Bei Toploaders – „Dancing in the Moonlight“ brachte Nicki Lucas mit ihrer „Röhre“ die gesamte Kirche zum Mitsingen.

Tim Hocks, spielt und dirigiert vor dem Chor kompromisslos mit vollem Körpereinsatz. Sein linker Fuß ist oft absprungbereit zur Seite gestellt. Mit seiner muskelbepackten Körpersprache und seinen markanten Gesten wirkt er wie ein Wikinger-Führer, der auf der Kommandobrücke seine Gefolgsleute bis zum Äußersten anfeuert und das Schiff sicher durch die Wellen steuert.

Der absolute Höhepunkt war von ACDC – „Highway To Hell“. Das war so richtig nach dem Geschmack der Zuhörer. Und: Kirche muss das aushalten!

Der folgende rasende Applaus ging in eine kurze und begeisterte Dankesrede über. Astrid Landmesser fand es richtig cool, diesmal „echte DISCO in the Church“ zu haben. Das Konzert habe etwas von „The Voice of Germany“. Sie bedankte sich bei allen Beteiligten und vor allen Dingen bei Tim Hocks.

Nach „Simply the Best“ als Zugabe nahmen die Angehörigen ihre strahlenden Kinder in die Arme und ganz Viele gratulierten Tim Hocks und seinen Freunden zu ihrem gelungenen Konzert.

Paul Landmesser