Sofa-Gottesdienst mit Dr. Hans-Heiner Gotzen

16.11.2025

PL

Sa, den 15. November 2025 – Sofa-Gottesdienst mit Dr. Hans-Heiner Gotzen, dem Ersten Beigeordneten der Stadt Erkelenz Am 15. November 2025 war wieder Sofa-Zeit in der Kirche: ...

Sa, den 15. November 2025 –

Sofa-Gottesdienst mit Dr. Hans-Heiner Gotzen, dem Ersten Beigeordneten der Stadt Erkelenz

Am 15. November 2025 war wieder Sofa-Zeit in der Kirche: Herr Dr. Hans-Heiner Gotzen, der Erste Beigeordnete der Stadt Erkelenz, nahm mit Pfarrer Robin Banerjee in der Kirche auf dem dort aufgebauten Sofa Platz.

Dieser Sofa-Gottesdienst war zwar schon der siebzehnte seiner Art, aber dennoch gab es ein Novum, wie Robin Banerjee belustigt feststellte: Nachdem die beiden Herren auf dem Sofa Platz genommen hatten, ergriff Herr Dr. Gotzen eifrig das erste Wort, um der Gemeinde mitzuteilen, wie sehr er sich über die Einladung freute. Somit war er der erste Gast, der auf dem Sofa zu sprechen anfing, noch bevor Robin Banerjee ein paar einleitende Worte sagen konnte.

Natürlich wurde auch dieser Sofa-Gottesdienst durch die besonderen musikalischen Gäste schwungvoll und klangstark bereichert: Die Low Brass Connection des Musikvereins Erkelenz spielte sechs Stücke und begeisterte damit sowohl die Gemeinde als auch Herrn Dr. Gotzen.

Während des Gespräches auf dem Sofa erfuhren wir viele interessante Details aus dem Leben und der beruflichen Tätigkeit unseres Gastes. Herr Dr. Gotzen wuchs auf dem elterlichen Landwirtschaftsbetrieb auf und hatte als Schüler eigentlich ein Studium und eine berufliche Laufbahn im naturwissenschaftlichen Bereich ins Auge gefasst. Auf den Wunsch seiner Eltern bewarb er sich nach dem Abitur jedoch zunächst auf eine Stelle in der Stadtverwaltung, die er zu seiner Überraschung auch erhielt. Er gewann schnell Gefallen an dieser Arbeit, weil sich hier für ihn eine ganz neue Welt eröffnete, von der er zuvor keine Vorstellung hatte. So wurde ihm klar, dass es ihm ein Anliegen war, mit und für die Menschen zu arbeiten und dass er dies in einem Beruf in der Verwaltung umsetzen konnte.

Durch seine lebendigen Erzählungen und die engagierten Antworten auf die Fragen der Gemeinde gelang es Herrn Dr. Gotzen eindrücklich, die sperrige Berufsbezeichnung „Erster Beigeordneter der Stadt“ für die Zuhörenden mit Leben zu füllen. So erklärte er, dass es seiner Meinung nach in seinem Beruf am wichtigsten sei, immer authentisch zu bleiben und dass er es liebe, wenn er im geschäftigen Berufsalltag merkt, dass man miteinander etwas für die Menschen der Stadt erreichen und bewegen kann.

Auch auf schmerzliche Entscheidungen in Zusammenhang mit dem Braunkohletagebau blickt er zurück und gibt zu, dass hier nicht jede Entscheidung immer leicht gewesen sei. In diesem Zusammenhang spricht er unter anderem vom Abriss des Immerather Doms, der ihn sehr betrübt und bewegt habe. Dennoch habe es im Rückblick aus der heutigen Zeit in manchen Fällen auch positive Entwicklungen aus den Umsiedlungsprozessen gegeben, weil auch neue Perspektiven entstehen konnten.

Neben seiner beruflichen Tätigkeit ist Herr Dr. Gotzen auch in leitender Position in seiner katholischen Heimat-Kirchengemeinde Niederkrüchten aktiv und wir erfuhren, dass Religion und Glaube wichtige Bestandteile seines Lebens darstellen. Besonders hob er hervor, dass die Religion Werte vermittelt, die für eine menschliches Miteinander von essenzieller Bedeutung sind.

Eine Tradition des Sofa-Gottesdienstes ist es auch, dass die Gäste eine selbst gewählte Bibelstelle vortragen und sich dazu äußern. Herr Dr. Gotzen hatte sich für Matthäus 26, 36-46 entschieden: Es ist die Geschichte um Jesus, der kurz vor seiner Gefangennahme mit seinen Jüngern zum Garten Gethsemane geht und sie bittet, wachend zu warten, während er allein zu seinem Vater betet. In diesem Gebet spricht Jesus: „Mein Vater, ist’s möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber.“ Den Jüngern gelingt es jedoch nicht, wach zu bleiben. Herr Dr. Gotzen sieht in dieser Geschichte einen Appell an uns Menschen, im Lauf der Dinge stets offen und wachsam zu bleiben und nicht müde zu werden, sich einzusetzen, auch wenn manches geschieht, auf das wir keinen Einfluss haben – ähnlich wie Jesus seinem Vater zwar seine Bitte vorträgt, aber hinzufügt “doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst!“

Insgesamt war es auch dieses Mal ein informativer und unterhaltsamer Sofa-Gottesdienst, und abschließend bleibt zu sagen: Herr Dr. Gotzen, vielen Dank, dass Sie bei uns waren.

Barbara Schäferdiek
für den Theologischen Ausschuss