Sofa-Gottesdienst am 15. März mit Tobias Trulsen

18.3.2026

PL

So. den 15. März 2026 – 18. Sofa-Gottesdienst, diesmal mit Tobias Trulsen, dem jüngsten Co-Trainer der Bundesliga-Mannschaft von VFL Borussia Mönchengladbach Am 15. März 2026 war wieder ...

So. den 15. März 2026 –

18. Sofa-Gottesdienst, diesmal mit Tobias Trulsen, dem jüngsten Co-Trainer der Bundesliga-Mannschaft von VFL Borussia Mönchengladbach

Am 15. März 2026 war wieder Sofa-Zeit in der Kirche: Herr Tobias Trulsen und Pfarrer Robin Banerjee nahmen in der Kirche auf dem Sofa Platz. Viele junge Leute und auch Fußballanhänger saßen in den Bänken.

Natürlich wurde auch dieser Sofa-Gottesdienst durch besondere musikalische Gäste bereichert: Der Schwanenberger Jugendchor unter der Leitung von Timo Merki und unterstützt durch Norbert Winzen, Ralf Hintzen und Michael Forg von beets ´n´ berries spielten sechs erfrischend und mutig vorgetragene Songs. Ralf Hintzen ließ zweimal wunderschön die Gemeinde singen.

Zunächst ging es auf dem Sofa um Fußball.

Robin Banerjee (mit Borussen-Schal) freute sich mit Tobias Trulsen über das zuletzt gewonnene Spiel der Borussia gegen den FC St. Pauli, was im momentanen Kampf um den Klassenerhalt beiderseits als wichtiges Ausrufezeichen gesehen wurde. Tobias Trulsen lobte die geschlossene Teamleistung. Die Mannschaft habe erneut „zu Null“ gespielt und sich mit ihrer guten Abwehrleistung selbst belohnt.

Das wichtige Derby gegen Köln stehe am nächsten Wochenende bevor. Alle Spieler und das ganze Umfeld seien hochgradig elektrisiert. Jeder spräche darüber. Irgendwie gehöre es in Gladbach zum Kodex, dass Borussia am Ende der Saison in der Tabelle vor Köln stehen müsse. Dies wurde in der Kirche  mit Applaus quittiert.

Geboren 1993 in Hamburg habe Trulsen ein inniges Verhältnis zum FC Sankt Pauli. Hier habe er als Kind und Jugendlicher Fußball gelebt. Sein berühmter Vater André Trulsen habe lange Zeit für den FC St. Pauli gespielt und das „Millerntor“ danach als Co-Trainer betreut. Alles habe sich in ihrer Familie immer um Fußball gedreht. Aber es habe sich schnell herausgestellt, dass trotz all seiner Leidenschaft für den Fußball eine Karriere als Spieler für ihn nicht möglich gewesen sei.

Mit 17 habe er gegen den Widerstand seiner Familie eine Schauspielausbildung begonnen. Hammer. Das sei schwierig gewesen und nur teilweise erfolgreich. Lange Zeit habe er gedacht, das werde schon noch, denn er sei niemand, der schnell aufgebe. Letztlich habe er sich wieder zum Fußball hin orientiert und eine Trainerausbildung begonnen und erfolgreich abgeschlossen. Viele Dinge aus der Schauspielausbildung würden ihm heute in seinem Trainer-Job zugutekommen: die Ausstrahlung, die Ansprache und Fokussierung auf die Spieler. Zu einem guten Trainer gehöre es, gut herüber zu kommen.

2021 sei er über einen Beraterkontakt an die Borussia vermittelt worden und gleich vom Stadion und den dortigen Trainingsbedingungen begeistert gewesen. Zunächst für die U17 und dann in der Folge für die zweite Mannschaft habe er die Aufgaben eines Co-Trainers übernommen.
Dazu gehörten Analysen von Spielsituationen, individuellen Stärken und Schwächen der Spieler und Gegner und das Entwerfen und Planen von Trainingsabläufen. 2025 sei er in die Co-Trainer-Rolle für die Bundesliga-Mannschaft berufen worden und habe sich dort auch um die Einübung von Standards (Eckbälle, Freistöße, ….) gekümmert, sowohl von der offensiven als auch defensiven Seite aus.

Auf die Frage, wie man Männer motivieren könne, sagte er: „Emotionen müssen da sein! Die Spieler müssen gewinnen wollen. Und die Jungs sollen Spaß haben.“  Aber es gehe leider auch oft nur darum, öde Taktiken einzustudieren oder stur gewisse Spielsituationen zu üben. Allen müsse immer das gemeinsame Ziel klar sein, momentan der Klassenerhalt.

Konkurrenz sei im Profifußball immer gegenwärtig. Die meisten Positionen seien doppelt besetzt, das wüssten alle. Alle ständen unter permanentem Druck, die Spieler, die Co-Trainer, der Cheftrainer und die Vereinsführung. Der authentische und korrekte Umgang damit sei „Part of the game“.

Bei Nicht-Erfolg könne jeder gefeuert werden. Dessen müsse man sich immer bewusst sein.

„Du musst einfach dein Bestes geben,“ habe sein Vater ihm gesagt.  „Wenn du immer dein Bestes gibst, brauchst du dir keine Vorwürfe machen. Dann wirst du besser damit fertig.“

Dann schwenkte Robin Banerjee vom Fußball weg und erzählte, wie Herr Trulsen und er sich kennengelernt hatten, nämlich erstmalig in Wegberg im Gottesdienst. Dort habe Herr Trulsen ihn irgendwann gefragt, ob es einen Bibelgesprächskreis gebe oder Ähnliches, denn er wolle über seinen Glauben reden. Seitdem sei Trulsen der jüngste Teilnehmer im Ökumenischen Gesprächskreis in Schwanenberg. Inzwischen duzen die beiden sich.

Banerjee: „Du sagst, Du bist gläubig. Was bedeutet das für Dich?“
Mit fester Stimme erzählt Tobias Trulsen, dass sein Christ-Sein sehr stark durch seine Großmutter beeinflusst wurde. „Es hat auch einige Pastoren gegeben, die mir gut gefallen haben. Und die Gemeinschaft, die ich erfahren habe. Was ich dort gehört habe, hat mir Kraft gegeben und Halt. Gerne lese ich in der Bibel. Und es fällt mir leicht darüber zu sprechen.“

Stille in der Kirche. Was für starke Worte!
Christlicher Glaube sei kein Thema mit und unter den Spielern, sehr privat. Aber vorhanden. In einer Mannschaft träfen zudem verschiedene Religionen auf einander.

„Wenn es mir manchmal nicht gut geht, sage ich mir: mein Weg ist durch Gott bestimmt. Das ist Gottes Weg mit mir. Das gibt mir Schutz. Darauf vertraue ich.“

Robin Banerjee: Gibt es einen Satz, den Du jungen Leuten mitgeben könntest? –  „Ja, nicht direkt aus der Bibel, aber trotzdem stark, von Denzel Washington: „Put God first.“ – Setze Gott an die erste Stelle.

Hier einige der Fragen aus der Gemeinde und Antworten:
Wie stehen Sie zum Jugendfußball ohne Wettkampfgedanke? Fußball zu spielen, ohne die Tore zu zählen, sei Ok für Kinder, sagt er. Aber der Wettkampfgedanke ab dem Jugendalter sei im Fußball essentiell.

Wie stehen Sie zum Frauenfussball? Borussia versuche den Frauenfußball anzuschieben. Spiele seien inzwischen live zu sehen. Das Zuschauerinteresse wachse. Frauen leisten viel.

Wie beeinflusst der Glaube Sie in Ihrer Arbeit? „Ich bete oft. Dass unsere Arbeit erfolgreich wird. Dass alle verletzungsfrei bleiben, auch die Gegner. Ich habe immer Gottvertrauen.“

Lieblingsspieler und Lieblingsverein?  Frank Lampard, Spieler und später Trainer von FC Chelsea.

Haben Sie selbst noch Zeit für Sport? „Selbstfürsorge ist wichtig. Selbst fit zu sein ist die Basis von allem. Und Disziplin:  5 Uhr aufstehen. 6 Uhr Sport.  8 Uhr ins Büro.“

Gibt es einen Plan B neben dem Fußball? „Plan A mit Fußball SOLL und MUSS funktionieren. Das ist meine Hauptstrategie. Und das Vertrauen darauf, dass alles funktioniert.“

Statements aus der Gemeinde: Tolles Vorbild. Respekt. Offenheit. Glaubwürdigkeit. Authentisches Auftreten. (alle mehrfach genannt)

Respekt für seine Glaubensäußerungen. Es sei gut herauszuhören, dass ein erfolgreicher Trainer auch seinen Halt im Glauben finden könne.

Zur Auslegung seiner Lieblings-Bibelstelle sprach Tobias Trulsen ganz locker und bedacht.

Sein Konfirmationsspruch sei ihm sehr wichtig und eine lebenslange Stütze. Er trage ihn als Tattoo auf dem Körper.  Er habe ihn bei der Hochzeit seines besten Freundes in die Gratulationsrede eingebaut.

„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Aber die Liebe ist die Größte unter ihnen.“ (1. Korinther 13,13)

Glaube, Hoffnung und Liebe seien die dauerhaften Grundpfeiler des christlichen Lebens, wobei die Liebe als die wichtigste und größte Tugend hervorgehoben werde, da sie Gemeinschaft und Menschlichkeit ermögliche.

„Das Besondere in unserem Glauben oder bei uns Christen ist, dass wir unsere Gaben in die Gemeinschaft einbringen sollen und dies alles aus Liebe tun.“

„Ich denke, dass Gott uns ein Stück weit diesen Auftrag gibt. Alles, was wir tun: macht es liebevoll. Denn Gott liebt Dich.“

Es hat so gutgetan, diese feste und glaubwürdige Stimme zu hören und seine starken Worte.

Paul Landmesser

Ein Zuhörer-Statement brachte die sportliche Haltung in Schwanenberg auf den Punkt:

Derby gewinnen!!   Und den Bayern noch mal wieder die Lederhosen ausziehen!