Ein Abend mit Gershwin

17.5.2025

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– Abschlusskonzert der 4. Musiktage Schwanenberg am 16. 05.2025 – Das Ensemble „Gershwin Five“ lässt das Leben und die Musik von George Gershwin aufleben. Präsentiert werden ...

– Abschlusskonzert der 4. Musiktage Schwanenberg am 16. 05.2025 –

Das Ensemble „Gershwin Five“ lässt das Leben und die Musik von George Gershwin aufleben. Präsentiert werden ca. 25 Evergreens des amerikanischen Komponisten.

In dem international besetzten Ensemble singen Sylvia Bodamer (Sopran), Christine Grönefeld0 (Mezzosopran), Natalie Hüskens (Alt), Harald Ulland (Tenor), Jiawen Li (Bass) und Gerontij Cernicev (virtuos am Flügel). Die beiden Letztgenannten hatten sich kurzfristig in das Programm eingearbeitet und waren eingesprungen, weil Volker Mertens als Bass und Julia Vaisberg am Piano verhindert waren.

Gershwin wird 1898 als zweites von vier Kindern russisch-jüdischer Einwanderer im New Yorker Stadtteil Brooklyn unter dem Namen Jacob Gershovitz geboren. Sein Zuhause ist zunächst die Straße. Erstes Ansehen gewinnt er in seiner Bande als Raufbold und Kleinganove. Sein musikalisches Erweckungserlebnis widerfährt ihm, als er in der Aula seiner Schule die Musik Antonín Dvoráks hört, gespielt von Max Rosen, der später ein berühmter Geiger wurde. Nach seiner Begegnung mit Rosen lernt Gershwin Klavier auf dem Instrument seines Bruders. „Wie ein Besessener“ übt er 8 bis 10 Stunden täglich zunächst klassische Musik und erfindet neuartige Jazz-Begleitungen zu den aktuellen Straßenschlagern. Er wird Pianist in der New Yorker Tin Pan Alley, in der zahlreiche Musikverlage sitzen.

Mit diesen oder ähnlichen Geschichten um den großen Swing- und Jazzkomponisten führen die Künstler durch den Abend und leiten zwischen den Liedern und Medleys über.  Ein Gershwin-Porträt mit „Rapsody In Blue“, „An America In Paris“ und “I Got Rhythm“ eröffnet das Programm. Danach stellen sich die Stimmen des Ensembles mit Solostücken vor: „Do It Again“ (Sopran), „I`ll Build A Stairway To Paradise“ (Tenor),  „Soon“ (Alt/Tenor), „Mine“ (Sopran/Bass).

Im Stück „Someone To Watch Over Me“ (Sopran) kommt eindringlich zum Ausdruck, dass Gershwin sein Leben lang ein gläubiger Mensch gewesen sein muss. Auf der anderen Seite galt er auch als ausgesprochener „Partylöwe“. Er verknüpfte afro-amerikanischen Sound mit populären Swing-Elementen; Freunde sagten über ihn, er komponiere seine Musik „zu allererst für die Füße“.

Gershwin Five

Alle Solostücke zeugen von der hohen Qualität der Vortragenden. Die wunderbaren und professionell ausgebildeten Stimmen erstrahlen in Kraft, Sicherheit und Leichtigkeit. Emotionen übertragen sich mit zugewandten Gesten von den Darbietenden auf die Zuhörer. Hier als Beispiel „Let´s Call The Whole Thing Off“, in dem ein beziehungsgefährdender Streit zweier Liebenden über Banalitäten besungen wird.

Mit Ausschnitten aus „Porgy and Bess“ gestaltet das Ensemble ein Opern-Medley. Unvergessene Lieder wie „Summertime“,  „It Ain’t Necessarily So“ oder „I Got Plenty O´ Nuttin´ “ zeigen einen anderen, getrageneren Gershwin.

Mit zwei großen Medleys „Gershwin in Love“ und „Sing A Gershwin Showstopper“ beendet das Ensemble ihr fulminantes Konzert, nicht ohne eine Zugabe zu geben, mit einem fast unaussprechlichen Text.

In der gut gefüllten Kirche liefert das Publikum „Standing Ovations“ und ist restlos begeistert.

Bei der anschließenden Verabschiedung loben die strahlenden Künstler sowohl das Publikum als auch die schöne Kirche mit ihrer wohltuenden Akustik. Mit diesem tollen Gershwin-Musikabend gehen die 4. Schwanenberger Musiktage zu Ende. Seien wir gespannt auf das nächste Mal.

Paul Landmesser