Musikalische Matinee der Musikchöre am 19. April 2026

22.4.2026

PL

Musikalische Matinee der Musikchöre an 19. April 2026 zu den 5. Schwanenberger Musiktagen Viele Freundinnen und Freunde der Musik finden ihren Weg zum zweiten Konzert der ...

Musikalische Matinee der Musikchöre an 19. April 2026

zu den 5. Schwanenberger Musiktagen

Viele Freundinnen und Freunde der Musik finden ihren Weg zum zweiten Konzert der Schwanenberger Musiktage. Die Kirche ist gerüttelt voll, als Robin Banerjee alle Besucher herzlich willkommen heißt. Ebenso gegrüßt er die vier „Klangkörper“, ein Begriff, den Tim Hocks am Vorabend für die vier Schwanenberger Chöre geprägt hat. Jeder der vier Klangkörper hat für die Matinee drei konzertante Stücke vorbereitet und – besonders gewünscht – jeweils ein Mitsinglied.

Der Posaunenchor mit 14 Bläser und Bläserinnen begann unter der Leitung von Silke Zander. Oliver Hensen begrüßte das Publikum nach dem ersten Stück „Rise and Shine“ und erläuterte, dass auch sie etwas angespannt seien und in einer ungewohnten Sitzordnung säßen.
Als nächstes spielten sie „Let Freedom Ring“ von Jens Uhlenhoff. Der Komponist sei vom Jahrgang 1987, also noch ziemlich jung. Er sei dem Chor aus einigen Anlässen persönlich bekannt. Es handele sich um eine Annäherung an die legendäre Rede von Martin Luther King, deren Appellcharakter in der drängenden Melodieführung des Stückes deutlich werde.

Das dritte Stück „Rumbrass“ habe beim Üben einfach nur Spaß gemacht. Tatsächlich erklang schwungvolle Tanzmusik mit südamerikanischem Anklang. „Rumbrass“ entpuppte sich als ein Rumba für Blasmusik.
Beim vierten Stück wurden die Liedblätter gezückt. Die ganze Kirche sang den Choral „Lobe den Herrn, meine Seele“ und konnte fast den Posaunenchor übertönen.

Danach trat der Jugendchor auf, mit 14 Jugendlichen unter der Leitung von Timo Merki. Mit Blick auf die beiden älteren Sänger nannte er den Chor „Jugendchor plus“, was vom Publikum mit Applaus bedacht wurde. Ralf Hintzen von „beets ‚n‘ berries“ begleitete dankenswerterweise die Stücke am Klavier.
Timo Merki kündigte motivierende Lieder an. Das Lied „Bless the broken road“ drehe sich um die vielen Misslichkeiten des Lebens und darum, wie sich Gottes Segen gerade in der Lösung dieser Probleme zeige.
„Little Blue“ vom genialen Jakob Collier verwendet die Metapher des „kleinen Blaus“ als Symbol für Trost und Orientierung im Leben. Die wiederkehrende Zeile „Du gehst niemals allein“ vermittelt Hoffnung und Ermutigung.

„Roar“ von Katy Perry trägt eine eher wehrhafte Botschaft. „Wenn ich von Deinem kleinen Rempler umfalle, dann werde ich aufstehen, als Löwe aufstehen und Dich niederbrüllen: ROAR.“
An dieser Stelle wies Timo Merki auf das 50. Jubiläum des Kinder- und Jugendchores hin, das in diesem Jahr stattfindet. Zu einem Jubiläumsfest am 5. Juli um 15 Uhr lud er schon jetzt alle Zuhörer ein.
Als Mitsinglied erklang von ABBA – „Thank You For The Music“. Beim Refrain fiel das Publikum donnernd ein.

Nach der Umbaupause betritt der Kinderchor in der üblich erfrischenden Wuseligkeit mit 17 Kindern die Bühne, unter der bewährten Regie von Ellen Nierhaus.
„Der Herr segne dich“ sei ein Segenslied, das üblicherweise immer am Schluss gesungen werde. Aber ein Segenslied schade auch in der Mitte nicht.
Zum zweiten Lied sollten sich die Kinder extra breitbeinig aufstellen, denn „Mein Lied“ solle „rotzefrech“ gesungen werden, damit es richtig klinge.
In diesem Lied ging es um alles mögliche Ungerechte oder Schlechte in unserer Welt, gegen das man etwas sagen müsse. Natürlich sangen die Kinder den schnellen Text rotzfrech und wie mit einer Stimme.
Als drittes Stück wiederholten Kinderchor, Jugendchor und Kirchenchor das Lied „Turn“ vom Weihnachtskonzert, weil es einfach so schön ist. Die kleine Riley begann wieder alleine mit der einzigen Strophe des Liedes, die in der Folge von Ellen Nierhaus durch alle Chöre und alle Stimmen geführt wurde bis ganz zum Schluss Riley alleine nur noch mit der Botschaft „You are allready home“ abschloss. Zum Weinen schön.

Darüber hätte Ellen fast das Mitsinglied vergessen, wenn ihre flotten Kinder nicht aufgepasst hätten. Als Kanon rollte „Es tönen die Lieder“ durch die Kirche.

Zum Schluss trat der Kirchenchor auf, mit 30 Sängerinnen und Sängern unter der bewährten Leitung von Luis Castellanos.
Mit „Like an Eagle“ von Carl Strommen sang der Chor eine emotionale Ballade, die dem Chor bei der Bewältigung der Coronazeit sehr viel bedeutet hat. Das Lied thematisiert den Übergang in einen neuen Lebensabschnitt und macht Mut, eigene Wege zu gehen – symbolisiert durch den Adlerflug.

„Vielen Dank für die Blumen“ ist ein total schmissiger alter Schlager von Udo Jürgens. Darüber hinaus gibt der Text dem Publikum den klugen Rat, die kleinen Schicksalsschläge des Lebens mit Humor zu nehmen.

Etwas ganz Anderes brachte der Kirchenchor mit „Fortuna“ aus Carmina Burana zu Gehör. Das Weltkulturerbe von Carl Orff aus den Jahren 1935/1936 mit Texten aus dem Mittelalter in mittellateinischer und mittelhochdeutscher Sprache bietet wahrhaft gewaltige Klänge.

Im Sommer werde auf dem Gelände von Haus Hohenbusch „open air“ am 28. und 29. August das große Musikspektakel mit dem großen ERKELENZER FESTIVAL CHOR (über 170 Sängerinnen & Sänger, darunter auch der Schwanenberger Kirchenchor), der PHILHARMONIA FRANKFURT/Main und Internationalen Solistinnen und Solisten aufgeführt. Karten seien noch verfügbar.

Die Ouvertüre „Fortuna“, zu dem Luis Castellanos Klavier spielte, begann total dissonant und achtstimmig und schraubte sich zu einer grandiosen Klangfülle und in gewaltige Tonhöhen hoch.

Auf mich machte es den Eindruck, als würden die Zuhörer die ganze Zeit nur einatmen. Als der letzte Ton verklungen war, gab es nur noch donnernden Applaus für die Akteure. Mit dem Mitsinglied „Die Gedanken sind frei“ schlossen sich der Kirchenchor dem schon im Vorabend geäußerten Appell für die Meinungsfreiheit an.

 

Astrid Landmesser bedankte sich bei allen Chören und bei allen Chormitgliedern für die gelungenen Auftritte, die zu einander passende Stückauswahl und die kurzweiligen Darbietungen. Stellvertretend bekamen alle Chorleiter und Chorleiterinnen, Luis Castellanos, Silke Zander, Ellen Nierhaus, Timo Merki und Ralf Hintzen „einen kleinen Umschlag“ als Dank.

Es hat mir gut gefallen, dass dieses Mal beim gemeinsamen Schlusslied „Geh aus mein Herz“ auch der Posaunenchor mit allen anderen Chören zusammen im Chorraum zu einem gemeinsamen Schlussbild vor dem stehenden Publikum standen und den überwältigenden Schlussapplaus entgegennahmen.

Paul Landmesser