Männertreff unterwegs in Wald und Garten –
Am 6. September sind etwa 30 Männer mit dem Fahrrad unterwegs, um sich den Tüschenbroicher Wald und die Gärtnerei Morjan erklären zu lassen. Um es vorweg zu sagen: ein total spannender und kurzweiliger Nachmittag.
Wir treffen zunächst Jörg Krapoll, den Klimaschutzmanager der Stadt Wegberg an seiner früheren Wirkungsstätte. Von der ehemaligen Tüschenbroicher Mühle aus nimmt er uns mit auf einen Rundgang um den Weiher. Diesen Weg sind wir alle bestimmt schon jeder hundertmal gegangen, aber noch nie so aufmerksam und beeindruckt.
Er erzählt über die gegensätzlichen Sichtweisen von „Waldnutzern“ und „Waldschützern“, die auf unterschiedlichen Ebenen mit dem Tüschenbroicher Wald zu tun haben. Beide Parteien stehen sich oft in Bezug auf Zielsetzungen und konkrete Handlungsvorsätze wenig kompromissbereit gegenüber.
Wir erfahren von einem Pflanzungsprojekt von 5000 Douglasien, die man momentan für klimatauglich hält. Aber nur der konkrete Versuch auf dem Tüschenbroicher Waldboden kann zeigen, wie sich die neue Schonung bewährt. Auch im „Wettlauf“ mit der Brombeere, die sich unaufhaltsam ausbreitet. Interessant auch seine Einschätzung für die Zukunft des „Erlenbruchs“. Das ist das Feucht-Areal in der Nähe des Weihers. Die altbekannten Moraststellen und Wassertümpel verschwinden immer mehr und machen es der Erle schwer, sich zu vermehren.
Er zeigt uns 200 Jahre alte Buchenbestände z.B. auf der Motte. Sie werden nach seiner Meinung innerhalb der nächsten 30 Jahre absterben, weil nach ihrem immanenten Jahreskalender die Bäume im Frühjahr viel zu spät anfangen und im Herbst viel zu früh aufhören, Wasser in die Kronen zu pumpen. Es ließe sich nicht aufhalten, obwohl sie mit den Wurzeln im Wasser stehen. Das lässt uns alle schweigen. 
Wo immer Krapoll stehen bleibt, kommen die Männer näher und hören aufmerksam zu. Welche Auswirkungen der Klimawandel selbst im Tüschenbroicher Wald zeigt, ist für viele höchst alarmierend. Viele Fragen werden gestellt und beantwortet.
Schwer beeindruckt verlassen wir den Wald und radeln zu unserer zweiten Station, der Gärtnerei Morjan in Grambusch.
Hier treffen wir Daniel Morjan, der uns auf einem Rundgang die Traditions-Gärtnerei erklärt. Auch hier gilt für mich und viele andere: schon oft gesehen und doch ganz viel Neues erfahren. Wie groß das Gelände ist und was es dort Außergewöhnliches zu sehen gibt, erschließt sich dem normalen Kunden nicht, der samstags ein paar Stauden kauft. 
Wir besichtigen die riesige Pflanzenstellfläche, die von einer beweglichen Bewässerungsanlage automatisch und punktgenau mit Wasser versorgt wird. Auch viele Informationen im Kleinen treffen auf offene Ohren. Etwa, dass ein frisch gepflanzter Baum täglich 60 Liter Wasser braucht und mit einem „Kindergießkännchen“ nicht zufrieden ist. Überhaupt hält Daniel ein Plädoyer für „den Baum im Garten“. Wenn junge Familien ihren Garten planen, sollten sie heute schon an die Schattenspender von morgen denken. Zu einem zukunftssicheren Garten gehörten neben Stauden und Sträuchern eben auch Bäume.
Viele von uns Männern haben offensichtlich ihren eigenen Garten im Blick und stellen entsprechende Fragen, etwa wann und wie man Himbeeren schneidet oder wann der ideale Pflanzzeitraum für einen Obstbaum ist. Daniel Morjan beantwortet die Fragen detailliert. Er kann zu jeder Pflanze, auf die jemand zeigt, umfangreich und gezielt Auskunft geben.
Einige neu zugezogene Männer staunen, wie groß und vielseitig sich der Betrieb darstellt und dass es sich lohnt, auf die Fachkompetenz eines Gärtners zurückzugreifen.
Die vereinbarte Stunde für den Rundgang vergeht wie im Fluge. Wir bedanken uns und beenden den Nachmittag an unserer dritten Station, dem Backes. Dort werden bei einem kühlen Bierchen die beiden Vorträge von Jörg Krapoll und Daniel Morjan noch lebhaft besprochen.
Paul Landmesser

Männertreff unterwegs in Wald und Garten –
Am 6. September sind etwa 30 Männer mit dem Fahrrad unterwegs, um sich den Tüschenbroicher Wald und die Gärtnerei ...