KRABAT – Premiere, was für ein Event
Endlich war es soweit. Für 15 Jugendliche öffnete sich die Bühne zum düsteren Klassiker „KRABAT“ von Otfried Preußler.
Nach mehr als einem Jahr intensiver Probenarbeit zollte Robin Banerjee den Schauspielenden hohen Respekt für ihre große Leistung, das mystische Schauspiel über 90 Minuten lang auf der Bühne des Schwanenberger Jugendtheaters aufzuführen.
Ebenfalls dankte er allen anderen namentlich im Programmblatt aufgeführten Mitwirkenden, die für die Bühnengestaltung, Aufbauten, Requisiten und vielfältige Unterstützung rund um Proben und Aufführungen große Beiträge erbracht haben, allen voran den Eltern der Jugendlichen. Zuletzt bedankte er sich bei dem Schwanenberger Publikum, das dem Theaterprojekt wieder Vertrauen geschenkt hatte und für vier ausverkaufte Vorstellungen sorgte.
Der erste Aufzug startete im warmen Licht vor der Kulisse der Mühle mit einer Gruppe von Sternsingern. Das Licht wandelte sich jedoch bald in bedrohliches Rot und mit bedrückend lauter Schauermusik flogen im Halbdunkel sieben Raben auf ihre vertrauten Plätze ein.
Wenig später verwandelten sie sich in einem morgendlichen Dämmerlicht in Müllergesellen, die unter der Fuchtel „des Meisters“ ihre harte Arbeit verrichten mussten. Die Mühle präsentierte sich mit einem laufenden Mühlrad, mehreren historischen Arbeitsgeräten sowie einem Einblick in die Schlafstätten der Gesellen.
Unter stampfenden, monotonen Klängen trat Krabat erstmalig auf der Bühne in Aktion. Von den Gefahren, die von der Mühle und vom Meister ausgehen, wusste er noch nichts.
Langsam entwickelte sich am Beispiel der Mühle vor dem Publikum die Geschichte über die Verlockungen der Zauberei und dem Wunsch, dazuzugehören. Es ging um die Entscheidungen zwischen Freundschaft und Verrat, Angst und Mut, unbedingten Gehorsam und die Sehnsucht nach Freiheit.
In eindeutiger Lichtsprache und wiederkehrenden Toneinspielungen führte die Regie die Schauspielenden durch ihr Stück.
So sah Krabat in freundlichster, warmer Beleuchtung und untermalt von luftiger Klaviermusik erstmalig seine Kantorka, zu der er immer zartere Bande knüpfte.
Hellblaues Licht und bedrückenden Klänge begleiten stets Krabats Traumszenen, in denen er seine Erlebnisse aus der Mühle verarbeitet, aber auch von seinem Meister im Traum aufgesucht und kontrolliert wird.
Ein „Licht des Grauens“ in dunklem Rot, dröhnend untermalt von ins Mark fahrender Bram-Musik unterstreicht die Szenen, in denen finstere Gesellen auf einer Karre Säcke mit Knochen anliefern oder im Zauberwagen Schwarze Magie gelehrt wird.
Wohltuend frisch dazwischen das Spiel der Müllergesellen, als sie in einer staubigen „Mehlschlacht“ Krabats bestandene Gesellenprüfung feierten. Die Jugendlichen haben dabei quasi sich selbst gespielt. Oder als ein Korporal mit Gefolge versuchte Müllerburschen für die Armee zu rekrutieren und dabei tanzend von der Bühne hüpfen mussten.
Eine tolle Szene entwickelte sich auch, als Jura und Krabat ihren Mitgesellen Andrusch in einen Ochsen verwandeln, ihn teuer verkaufen und anschließend dank des zurückbehaltenen Halsstricks wieder zurückverwandeln.
Überhaupt merkt man den Schauspielenden ihre Lust am Spiel an. Einige Müllergesellen und sogar der Meister werden engagiert und glaubhaft von Schauspielerinnen gespielt.
Die Jugendlichen haben teilweise ihre eigene Sprache einfließen lassen, was die Szenen viel glaubwürdiger klingen ließ. So passte es sehr gut, als Krabat sich laut darüber beschwerte, dass ihm der Meister mit seinen harschen Befehlen und scheinheiligen Angeboten „ganz schön auf die Eier“ gehe, was man bei Otfried Preußler so nicht finden würde.
Die Schlussszene mit der hoch riskanten Prüfung Kantorkas bestach durch ihre feinsinnige Bildersprache. Kantorka sollte mit verbundenen Augen aus allen Müllerburschen ihren Krabat herausfinden oder würde – wenn sie es nicht schaffe – zusammen mit ihm sterben.
Kantorka machte sich schweigend auf einen langen Weg über die Bühne, bei dem sie der Reihe nach alle Müllerburschen eng umkreiste und schließlich ihren Krabat erkannte.
Danach gefragt, wie sie ihn erkannt habe, sagte sie, sie habe bei ihm gespürt, wie sehr er Angst um sie gehabt habe. Der Meister stirbt und wird vom Knochenwagen abtransportiert.
Das Gute hat gewonnen. Die Liebe, der Zusammenhalt und der eigene Wille sind stärker als jede dunkle Macht.
Unter großem Applaus und mit stehenden Ovationen verbeugten sich die Jugendlichen in Gruppen und alleine vor ihrem restlos überzeugten Publikum. Es folgten die vier jungen Männer der Stagecrew, sowie Norbert Karsch und Dietmar Landmesser für Licht und Ton und zum Schluss als Gesamtleiter Robin Banerjee.
Er hob noch einmal die große schauspielerische Leistung der Jugendlichen hervor, die alle jeweils zwei unterschiedliche Rollen in dem Stück eingeübt hatten und diese auch beide gespielt haben.
Das Stück „Krabat“ wird sich in der Reihe der bisherigen 15 Schauspiele des Schwanenberger Jugendtheaters ganz gewiss als ein Erfolgsstück einreihen.
Paul Landmesser

KRABAT – Premiere, was für ein Event
Endlich war es soweit. Für 15 Jugendliche öffnete sich die Bühne zum düsteren Klassiker „KRABAT“ von Otfried Preußler.
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