Boßeln mit dem Männertreff und der Haltestelle JETZT für Frauen

20.2.2026

PL

Boßeln, was ist eigentlich Boßeln? Am 21. Februar 2026 trafen sich zu einem „Kampf der Giganten“ 24 Männer des Männertreffs und 9 Frauen der Haltestelle jetzt ...

Boßeln, was ist eigentlich Boßeln?

Am 21. Februar 2026 trafen sich zu einem „Kampf der Giganten“ 24 Männer des Männertreffs und 9 Frauen der Haltestelle jetzt für Frauen zu einer Boßel-Runde um Schwanenberg. Die Strecke führte vom Sportplatz in Richtung Tüschenbroich, dann nach Grambusch und über den Oerather Weg ins „Feld“, dann nach zwei Rechtsschwenken bis zum Ziel bei „Bauer Hein“. Diese etwa 5 km lange Strecke soll mit möglichst wenigen Kegelwürfen zurückgelegt werden. Dort, wo die Kugel liegen bleibt, wird der nächste Wurf angesetzt. Gestern gab es entsprechend der Farben der Kugeln eine gelbe Frauengruppe, eine rote und eine blaue Männergruppe. Die Gruppen zählen jeden Wurf auf einem Klickzähler, der von einem „vertrauenswürdigen“ Gruppenmitglied bedient wird.

Mit im Spiel waren drei Bollerwagen, gefüllt mit allerlei Ess- und Trinkbarem. Insgesamt ist das Boßeln eine sehr gesellige und kommunikationsfördernde Angelegenheit. Es gibt immer einen Grund zur Freude, in jeder Hinsicht. Großer Jubel bricht aus, wenn eine Kugel schön auf der Mitte des Weges bleibt und rollt und rollt. Oder wenn sie sich kurz ins Feld verabschiedet und dann doch wieder auf den glatten Asphalt zurückfindet und weiterrollt.

Auch gibt es Grund zur Freude, wenn eine Kugel nach zehn Metern in einer Wasserpfütze hängen bleibt oder sich unter eine Hecke verabschiedet. Schade, schade! Landet die Kugel in einem Graben, kommt der „Löffel am Stiel“ zum Einsatz, eine besondere Attraktion.

Üblicherweise gibt es auf dem Oerather Weg eine Pause auf den „Mäuerchen“, wo die Bollerwagen geplündert werden: Frikadellen, Pizza-Kringel, Mutzen, Käse, Schinkenwurst, Glühwein, Punsch, Bierchen und eine „köstliche Birne“ machten die Runde. Auf dem weiteren Weg gab es mehrfache Zusammenrottungen um diese Flasche.

Mit der Zeit hatten sich alle in die Reihenfolge der Würfe eingefunden. Aber es waren immer die gleichen Namen, die lautstark nach hinten gerufen werden mussten, um den säumigen Werfer nach vorne an die Kugel zu beordern. Bei einem besonders weiten Wurf einer Werferin konstatierte der Ehemann: „Super, Schatz, leider ungültig. Übergetreten!“

Im Ziel hatte die gelbe Gruppe 75 Würfe, die rote Gruppe 73 und die blaue Gruppe 70 Würfe auf dem Klicker. Also hatten die Blauen gewonnen, die anderen knapp verloren, natürlich aus „Gründen“ und mit „Zweifeln“.

Beim abschließenden Zusammensitzen in der Jugendscheune war schon vollkommen egal, wer gewonnen hatte. Es war ein schöner Nachmittag, trotz Regen und Wind. Die Männer äußerten sich bei den zu erwartenden „Geschlechter-Frotzeleien“ sehr positiv. Die Frauen fanden es auch gut. Sie wollen im nächsten Jahr vielleicht auch einmal ohne die Männer boßeln.

Paul Landmesser