Die Kneipe von Bethlehem

26.12.2025

PL

Welch ein fulminanter Weihnachtsabend – Am Weihnachtsabend ist die Kirche zur Christmette gut gefüllt. Die Besucher erleben ein außergewöhnliches Krippenspiel in der „Kneipe von Bethlehem“, begleitet ...

Welch ein fulminanter Weihnachtsabend –

Am Weihnachtsabend ist die Kirche zur Christmette gut gefüllt. Die Besucher erleben ein außergewöhnliches Krippenspiel in der „Kneipe von Bethlehem“, begleitet vom Kirchenchor. Das Stück, über ein halbes Jahr entwickelt, basiert auf einer Idee von Tim Wawrzinek und verbindet die Zeit der Geburt Jesu mit der Situation 30 Jahre später nach seiner Auferstehung.

Die Figuren bilden einen gesellschaftlichen Querschnitt:

  • Der Wirt (Tim Wawrzinek), warmherzig und nachdenklich.
  • Hirte Asser (Arne Büdding), impulsiv und leicht zu begeistern.
  • Hirte Benaja (Gerrit Roessink), belesen und ruhig.
  • Hirte Chaim (Jan Büdding), zynisch und humorvoll.
  • Levi der Zöllner (Jan Wawrzinek), einsam und auf der Suche nach Annahme.
  • Maximus, römischer Soldat (Tobias Moulen), ordnungsliebend, später verwandelt.
  • Maria Magdalena (Marie Eigelshoven), sensibel und auf der Suche nach Halt.
  • Petrus (Jens Landmesser), kämpferisch, später geprägt von Verleugnung und Vergebung.

In der ersten Szene trifft die Nachricht von Jesu Geburt auf die harte Realität der Kneipe. Die Menschen äußern Hoffnungen und Zweifel: Petrus fordert einen starken Anführer, der Wirt sorgt sich um Gerechtigkeit, Benaja erinnert an den „Retter“, Chaim zweifelt an allem. Trotz Skepsis wächst Hoffnung, und der Wirt lässt den Stern Jesu über seiner Kneipe aufgehen.

Ein kurzer Predigtimpuls (Robin Banerjee) verbindet die Fragen der Figuren mit heutigen Lebenssituationen: Weihnachten bringe keine fertigen Lösungen, aber Gottes Nähe in offenen Fragen.

In der zweiten Szene, 30 Jahre später, kehren alle Figuren gezeichnet von Golgatha zurück: Maria bezeugt die Auferstehung, Maximus hat ein neues Verständnis von Macht, Levi bringt seine Schuld ans Licht, Petrus findet eine neue Berufung. Die Hirten zeigen gewachsene Reife: Benaja liest „vom Stall her“, Chaim sucht verlorene Schafe gründlicher. Maximus betont Macht als Dienst, Levi spricht von Gnade, Benaja von Wahrheit, Asser vom Nachfragen, Chaim vom Ausruhen. Der Wirt stößt zum Schluss mit allen auf denjenigen an, „der im Stall begann“.

Die Liturgie, gelesen von Valentine Roessink und Elea Banerjee, sowie der Kirchenchor unter Luis Castellanos rahmen das Stück musikalisch ein.

Am Ende herrscht großer Applaus, und die Theatergruppe lädt in ihre Schänke ein – ein weihnachtliches Gesprächsthema für ganz Schwanenberg.

(längere Textversion im nächsten Gemeindebrief)  Paul Landmesser