Carmina Burana – ein großes Werk, ein großer Chor und ein ganz großes gemeinsames Erlebnis!
Der Kirchenchor war dabei!
700 Jahre Stadtrechte für Erkelenz – und wir waren dabei! Erkelenz feiert 2026 ein ganz besonderes Jubiläum: 700 Jahre Stadtrechte. Im Rahmen der zahlreichen Veranstaltungen war auch im August ein außergewöhnliches Konzert geplant: Bei HOHENBUSCH KLASSIXX sollte mit dem Philharmonia Orchester Frankfurt unter der Leitung von Juri Gilbo Carl Orffs Carmina Burana aufgeführt werden – mit einem eigens zusammengestellten Festival-Chor Erkelenz. Alle Chöre in Erkelenz wurden eingeladen, sich an diesem großen Projekt zu beteiligen.
Im Kirchenchor wurde zunächst intensiv diskutiert: Schaffen wir das überhaupt? Ein so großes Werk bedeutete einen erheblichen Probenaufwand. Würde es neben unserem normalen Chorleben zu schaffen sein? Aber es gab auch ein starkes Gegenargument: Ein solch großes Werk in einem großen Chor aufzuführen, ist ein einmaliges Erlebnis! Auch unser Chorleiter Luis war zunächst nicht gerade begeistert von der Idee. Nach einigen Diskussionen stand schließlich die Entscheidung fest: Wir machen mit!
Von den ersten Proben bis zur Begeisterung
Die ersten Proben für die Carmina Burana begannen im Herbst 2025. Ab Januar 2026 wurde dann noch intensiver geprobt. Das Werk hat es in sich: Lateinische Texte, schwierige Rhythmen, anspruchsvolle Einsätze und immer wieder gewaltige musikalische Steigerungen verlangten uns einiges ab. Doch mit der Zeit wuchs die Sicherheit – und die Freude. Ein besonderer Zwischenhöhepunkt war „O Fortuna“. Das Stück hatten wir inzwischen so gut einstudiert, dass wir es beim Konzert der Schwanenberger Musiktage aufführen konnten. Die Resonanz war großartig. Der Erfolg und die Begeisterung des Publikums waren für uns eine tolle Bestätigung und zusätzliche Motivation für die kommenden Monate. Auch Luis leitete die Proben zunehmend engagierter und mit großer Begeisterung. Aus dem zunächst etwas skeptischen angenommenen Projekt war längst ein gemeinsames musikalisches Abenteuer geworden.
Gemeinsam wurde aus vielen Chören ein Festival-Chor
Im weiteren Verlauf gab es gemeinsame Proben in der Stadthalle, die Martin, Ellen und Timo mit leiteten. Dabei gab es viel Lob: „Toll, dass alle so gut geübt haben. Das klappt ja schon prima, ich bin begeistert – das hätte ich nicht erwartet!“ Solche Worte taten natürlich gut und zeigten uns, dass sich die vielen Stunden des Übens gelohnt hatten. Die Probe mit Juri Gilbo, dem Leiter der Philharmonia Frankfurt, war ein weiterer Höhepunkt in der Vorbereitung. Er kam ganz unkompliziert in sommerlicher Freizeitkleidung – und stellte sich zunächst einfach mit „Juri“ vor. Schnell war klar: Hier begegnete uns jemand, der sehr genau wusste, was er wollte, dabei aber gleichzeitig angenehm und unkompliziert mit uns arbeitete. Juri war mit unserer Vorbereitung sehr zufrieden
Eine besondere Herausforderung: „In Taberna“
Vor allem unsere Männer hatten mit „In Taberna“ zu kämpfen. Der lateinische Text und das hohe Tempo machten dieses Stück zu einer echten Herausforderung. Aber auch hier wurde nicht aufgegeben. In Sonderproben wurde intensiv gearbeitet, unter anderem gemeinsam mit Rejoising und dem Cornelius-Burgh-Chor.
Der große Auftritt auf Hohenbusch
Dann rückte das Konzertwochenende immer näher. Und plötzlich gab es eine ganz andere Sorge: Das Wetter. Die Bühne für das Orchester war überdacht. Der Chor hingegen sollte in drei Etagen auf einem Baugerüst stehen – ohne Dach! Und ausgerechnet für das Konzertwochenende kündigte die WetterApp Regen an. Wie würde es werden, wenn wir während der Aufführung im Regen stehen müssten? Am Donnerstag stand zunächst die Stell- und Akustikprobe auf dem Programm. Zweieinhalb Stunden wurde auf Hohenbusch geprobt – gemeinsam mit Martin, Ellen und Timo und mit Keyboardbegleitung und über uns einem Regenbogen.
Und dann kam der entscheidende Moment: Es regnete nicht!
Unser Teil der Aufführung begann nach der Pause um 21:20 Uhr. Und tatsächlich: Alles klappte! Die vielen Proben, die Sonderproben und die gemeinsamen Proben hatten sich ausgezahlt. Die Stimmung war großartig, und die Begeisterung beim Publikum war deutlich zu spüren.
Zweite Aufführung – und noch besser!
Wieder hieß es: konzentrieren, Kräfte sammeln und gemeinsam auf die Aufführung einstimmen. Und auch diesmal blieb es in unserem Teil der Aufführung trocken. Und unser Eindruck danach? Sie war noch besser als am Freitag! Wir waren inzwischen noch sicherer, noch besser aufeinander eingespielt und konnten die Musik einfach genießen. Die gewaltigen Chorsätze, die leisen Passagen und natürlich das mitreißende „O Fortuna“ wurden zu einem gemeinsamen Erlebnis, das wir so schnell nicht vergessen werden.
Ein Projekt, das uns zusammengeschweißt hat
Wenn wir heute auf die Carmina Burana zurückblicken, können wir sagen: Es hat sich gelohnt! Aus der anfänglichen Frage „Schaffen wir das?“ wurde nach und nach die Gewissheit: Ja, wir schaffen das – gemeinsam!
Dörthe Sachau
Hier Bilder von Ruth Klapproth
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